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News Erneuerbare Energien auf der ISH 2005 05.02.2005
 

  • Heizen mit Sonne, Luft, Erdwärme und Holz: 
  • Erneuerbare Energien wachsen aus der Nische 

Wärme aus erneuerbaren Energien ist im Kommen. Die in ihren jeweiligen Nischenmärkten fest etablierten und ausgereiften Techniken stoßen angesichts steigender Preise für die fossilen Energieträger Heizöl und Erdgas bei immer mehr Bauherren und Hausbesitzern auf Interesse. Ob Solarkollektoren, Wärmepumpen oder Pelletheizungen – das Angebot der Hersteller ist vielfältig. Als die weltweit größte Messe für regenerative Energien bietet die kommende ISH (vom 15. bis 19. März 2005 in Frankfurt am Main) eine ideale Möglichkeit, um einen umfassenden Überblick über die aktuellen technologischen Entwicklungen und die zugehörige Systemtechnik zu erlangen. Die führenden Hersteller nutzen diese internationale Leitmesse für Gebäude- und Energietechnik, Erlebniswelt Bad, Klima und Lüftungstechnik als Plattform, um über ihre Komplettlösungen für warmes Wasser aus erneuerbaren Energiequellen zu informieren.

"Die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien in Gebäuden gehört neben der Energieeinsparung zu den wichtigsten Handlungsfeldern im Klimaschutz", vermeldete jüngst das Bundesumweltministerium. Erfreut reagierte man in Berlin damit auf die rege Nachfrage nach Biomasseheizungen und Solarkollektoren. "Die Bundesregierung hat im Jahr 2004 mit rund 740.000 m² Solarkollektorfläche ein Drittel mehr installierte Solaranlagen gefördert als noch 2003", so die stolze Bilanz. Damit sorgten Ende 2004 nach Schätzung der UVS (Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft) in Deutschland insgesamt schon über 700.000 solarthermische Anlagen mit knapp 6 Mio. m² Kollektorfläche für eine umweltfreundliche Wärmeversorgung.

Nicht nur Spezialanbieter wie Wagner, Paradigma oder Solvis, sondern fast die ganze klassische Heizungsbranche (von BBT Thermotechnik über Vaillant, Viessmann oder Rotex bis hin zu Stiebel Eltron und Wolf) bietet dieses imageträchtige Marktsegment als Teil einer immer ausgereifteren Systemtechnik an. Effiziente Steuerungen und hygienische Trinkwasserspeicher sorgen für entsprechenden Komfort. In Kombination mit moderner Brennwerttechnik kann die Solarwärme laut UVS die Heizkosten von Altbauten um 30 Prozent bis 50 Prozent senken.

Bei Wärmepumpen-Heizanlagen stammen 75 Prozent der Energie aus der Umwelt. Lediglich der Antrieb benötigt Strom oder Gas. "Durch die Nutzung der kostenlosen Umweltwärme und den geringen Stromverbrauch amortisieren sich Wärmepumpen bereits nach wenigen Jahren", betonte kürzlich Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Darüber hinaus sei die Wärmepumpe auch aus ökologischer und ökonomischer Hinsicht sinnvoll: zum einen sei der hohe Anteil erneuerbarer Umweltwärme positiv zu bewerten, zum anderen mache sie den Hauseigentümer unabhängig von Öl und Gas und deren steigenden Preisen.

Wärmepumpen entziehen der Erde, dem Grundwasser bzw. der Umgebungsluft Wärme und stellen diese als Heizenergie zur Verfügung. Durch den Einsatz eines Kompressors funktionieren sie selbst dann, wenn in der Umgebung Minusgrade herrschen. In Deutschland werde derzeit erst knapp jede zwanzigste der neu installierten Heizungsanlagen mit einer Wärmepumpe realisiert, schätzt der BWP (Bundesverband Wärmepumpe). So sei die deutsche Wärmepumpen-Branche denn auch stark exportorientiert: Über zwei Drittel des Umsatzes werde durch Exporte erzielt, z.B. in die Schweiz und nach Schweden.

Die Entwicklung in diesen Ländern weckt Hoffnung auch auf deutliche Steigerungen in Deutschland. Nach BWP-Angaben heizt in der Schweiz bereits in über 60 Prozent der Neubauten eine Wärmepumpen-Anlage, in Schweden liege der Wert sogar über 90 Prozent. Experten erwarten daher, in den kommenden zehn Jahren den Wärmepumpen-Anteil im Neubaubereich in Deutschland auf etwa 10 Prozent mehr als zu verdoppeln. Die Wärmepumpe versorgt dabei eine Fußboden- oder Wandheizung sowie die Trinkwasserversorgung komplett mit der notwendigen Wärme. Zwar lägen die Anschaffungskosten höher als bei einer Öl- oder Gasheizung, räumt der BWP ein, die Verbrauchs- und Unterhaltskosten lägen dafür aber maximal bei der Hälfte einer konventionellen Heizung.

Die Wärmepumpe zeigt sich als kleine aber feine Marktnische der Heizungsindustrie, die sowohl von Spezialanbietern, wie Dimplex oder Waterkotte, als auch von führen Heizungsherstellern, wie BBT Thermotechnik, Vaillant, Viessmann oder Stiebel Eltron, besetzt wird. Nach dem Markteinbruch Anfang der 80er Jahre erlebte die Branche in den 90er Jahren eine Renaissance. 2003 wurden laut BWP knapp 10.000 Heizungs-Wärmepumpen-Anlagen neu installiert. Nach einer Absatzsteigerung von über 20 Prozent im ersten Halbjahr deutet alles darauf hin, dass in 2004 die Schwelle von 10.000 Stück deutlich überschritten wurde. Die Technik zeigt sich ausgereift. Das Systemangebot wird auch hier ständig ausgeweitet und verbessert. Die Funktionalität steigt. So können moderne Anlagen im Sommer auch zum Kühlen genutzt werden.

Für den Weg "weg vom Öl" spielen auch nachwachsende Rohstoffe eine wichtige Rolle, unterstrich neulich Margareta Wolf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Die Bedeutung des erneuerbaren Energieträgers Biomasse werde oft unterschätzt. Dabei stamme gut die Hälfte der gegenwärtig in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugten Energie aus Biomasse. Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums könnte Biomasse im Jahr 2030 ungefähr den gleichen Beitrag zur Energiebereitstellung leisten, wie Braun- und Steinkohle zusammen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Raumwärme-Sektor. Moderne Heizungen, die z.B. mit Holzpellets betrieben werden, finden sich im Systemangebot vieler Hersteller, von BBT Thermotechnik über Fröling, Hoval oder Paradigma bis hin zu Viessmann, Windhager oder Wolf. Die Technik hat man im Griff, ob Pelletlagerung, Feuerung oder Steuerung. Auch die Integration von Speichern und zusätzlicher Solartechnik oder Brennwertkessel ist problemlos möglich. Brennstoff- und Luftmengenzufuhr werden automatisch geregelt, die Leistung modulierend dem aktuellen Bedarf angepasst. Selbst raumluftunabhängiger Betrieb ist bereits möglich.

"Holzpelletanlagen können bequem, umweltfreundlich, sicher und kostengünstig betrieben werden", konstatierte unlängst NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn. "Mittlerweile gibt es in NRW über 1.700 Holzpelletheizungen. Diese Zahlen zeigen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher einen eigenen Beitrag zur Kohlendioxid-Minderung leisten wollen und sich immer häufiger für diese moderne klimaschonende Anlage entscheiden. Damit werden sie unabhängig von weiter steigenden Ölpreisen." In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage denn auch deutlich angezogen, berichtete der DEPV (Deutsche Energie-Pellet-Verband). Wurden 1999 in Deutschland erst 800 Pelletheizungen neu installiert, so waren es in 2000 schon 2.400 und in den Jahren 2001 und 2002 jeweils rund 5.000 Anlagen. In 2003 zog die Nachfrage auf etwa 6.000 Stück an. Und für 2004 gehen Schätzungen von einer Steigerung von 50 Prozent auf über 9.000 neue Pelletkessel aus. Damit seien zum Jahreswechsel insgesamt über 28.000 Zentralheizungen mit den Holzpresslingen befeuert worden.

Die ISH 2005 (vom 15. bis 19. März in Frankfurt am Main) wird als die international größte Messe für regenerative Energien das gesamte Portfolio an Solarthermie, Wärmepumpen und Biomasse präsentieren. Führende Hersteller zeigen ihre Produktneuheiten und Systemlösungen für eine effiziente und umweltschonende Energieversorgung. Ergänzend findet zur ISH 2005 die Sonderschau "Renewables in energetic systems for houses" statt, bei der u.a. auch Solaranlagen als integraler Bestandteil moderner Versorgungstechnik, Systemlösungen für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie die Nutzung von Umweltwärme durch moderne Wärmepumpen behandelt werden.

Weitere Informationen zur ISH 2005: 

Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Presseteam ISH
Ludwig-Erhard-Anlage 1
60327 Frankfurt am Main
Tel.: +49-69-7575 6144
Fax: +49-69-7575 6758
e-mail: jutta.stahlheber@messefrankfurt.com
www.ish.messefrankfurt.com

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News Weltgrößtes Windrad geht in Deutschland in Betrieb 30.01.2005
 

 

Riese an der Küste: Das Windrad 5M (Foto: dpa)
Riese an der Küste: Das Windrad 5M (Foto: dpa)

 

Es ist 183 Meter hoch und hat Flügel von je 61,5 Metern Länge, die bei einer Umdrehung die Fläche von zwei Fußballfeldern durchschneiden. Die Rede ist von der größten Windkraftanlage der Welt, die am Mittwoch in Schleswig-Holstein eröffnet wurde. Das Windrad 5M, das an der Küste bei Brunsbüttel steht, ist ein Prototyp. Die Firma Repower will weitere Anlagen dieser Art bauen, die auf dem offenen Meer zum Einsatz kommen sollen.

Foto-Serie Der weiße Riese von Brunsbüttel
Umweltfreundlichkeit Deutschland nur im Mittelfeld

Eine Anlage für 4500 Haushalte
Die Anlage liefert bis zu fünf Megawatt Strom und kann rund 4500 Haushalte versorgen werden. Der Betreiber hat rund 12,5 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Davon stammen 2,5 Millionen aus Fördertöpfen der Europäischen Union und des Landes Schleswig-Holstein.

Quelle: dpa

Mit seiner Höhe von 183 Metern überragt 5M die Umgebung turmhoch. Autos an seinem Fuß wirken wie Spielzeuge.

Quelle: dpa

Das Maschinenhaus, in dem die Motoren für die Rotorblätter stecken, ist so groß, dass man darauf spazieren gehen kann.

Quelle: dpa

Der Prototyp steht an der Küste, umgeben von sumpfigen Wiesen. Spätere Modelle sollen auf dem offenen Meer stehen.

 

Das Windrad im Bau: Mit einem riesigen Kran wird der Rotor in Position gebracht. (Foto: obs/Repower)

Quelle: dpa

Montage in luftiger Höhe: Ein Arbeiter auf dem Rotorhaus kann die weite Aussicht genießen.

Quelle: dpa

Zur offiziellen Einweihung kommt Umweltminister Jürgen Trittin. Er trägt Helm und Sicherheitsgurt.

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News Intersolar 2004 auf der Messe Freiburg 24.06.2004
 
Europas größte Solarfachmesse startet mit Ausstellerrekord


„Die Ausstellungsfläche ausländischer Unternehmen stieg um über 30 % im Vergleich zum Vorjahr“, freuen sich Klaus W. Seilnacht (Erster Geschäftsführer Messe Freiburg) und Markus Elsässer (Geschäftsführer Solar Promotion), Organisatoren der Intersolar, anlässlich der Messeeröffnung. Nach der EuroSun 2004 findet im nächsten Jahr mit der Europäischen Solarthermiekonferenz estec2005 erneut eine hochkarätige internationale Veranstaltung parallel zur Intersolar in Freiburg statt.

Die Intersolar ist jährlicher Treffpunkt für Entscheider der internationalen Solarbranche. Alle führenden Hersteller und Großhändler des Solarmarktes sind in Freiburg vertreten. Rund 23 % der Aussteller kommen aus dem Ausland. Insgesamt präsentieren sich auf 15.000 m² Fläche 290 Unternehmen – ein Ausstellerplus von 13 % im Vergleich zur letztjährigen Messe. Seit fünf Jahren verbucht die Intersolar ständig wachsende Ausstellerzahlen. Zahlreiche Unternehmen präsentieren vor Ort ihre Neuheiten. Die Bedeutung der Messe für den weltweiten Solarmarkt spiegelt sich auch bei den Ausstellern wider: So präsentiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit seine Exportinitiative für erneuerbare Energien. Besucher aus der ganzen Welt informieren sich in Freiburg über das vielfältige Angebot der deutschen und internationalen Solarindustrie. Zur Intersolar 2003 kamen Gäste aus 62 Ländern. Für die diesjährige Veranstaltung rechnen die Organisatoren wieder mit großer internationaler Resonanz.

Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi) wird die deutsche Solarbranche in diesem Jahr einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erzielen – das entspricht einem Wachstum von rund 40 % gegenüber dem Vorjahr. Im Solarstrommarkt spielt Deutschland eine Vorreiterrolle. Mit einer installierten Gesamtleistung von 400 Megawatt (Stand Ende 2003) liegt Deutschland weltweit auf dem zweiten Platz hinter Japan. „Für dieses Jahr rechnen wir in Deutschland mit einer neuinstallierten Photovoltaik-Leistung von über 200 MW“, so Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie (BSi). Gute Wachstumsraten verzeichnet auch der deutsche Solarwärmemarkt, für den in diesem Jahr zum ersten Mal eine neu installierte Kollektorfläche von 1 Mio. m² erwartet wird.

Die Intersolar bietet auch in diesem Jahr ein anspruchvolles Kongress- und Rahmenprogramm für ihre Fachbesucher. Highlights sind unter anderem das Seminar „Richtig investieren im Solarstrommarkt“, die Tagung „Solares Heizen und Kühlen“ und die Neuheitenbörse. Nach der EuroSun 2004, die gestern in Freiburg zu Ende ging, wird auch im nächsten Jahr mit der Europäischen Solarthermiekonferenz estec2005 wieder eine internationale Konferenz im Rahmen der Intersolar stattfinden.

Die Intersolar findet in diesem Jahr erstmals von Donnerstag bis Samstag statt, um den verstärkten Informationswunsch der Fachbesucher zu erfüllen. Am Donnerstag, 24. Juni, und Freitag, 25. Juni, ist die Messe von 9:00 bis 18:00 Uhr für Fachbesucher geöffnet. Am Publikumstag (Samstag, 26. Juni) schließt die Intersolar bereits um 17:00 Uhr. Weitere Informationen zur Intersolar 2004 unter www.intersolar.de.



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News Chance für Sonnenenergie 22.08.2003
 
Einmalige Chance für die Wind- und Sonnenenergie


Welche Energiequellen werden in der Zukunft Strom liefern – für den Föhn, die Waschmaschine und den Fernseher? Die scheinbar zu Tode diskutierte Energiedebatte erfährt jetzt eine erstaunliche Aktualität und Brisanz: Nach einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes ist ein großer Teil der deutschen Kraftwerke so veraltet, dass er nicht mehr modernisiert werden kann. Es besteht "Neubaubedarf". Und die Chancen, dass Wind- und Solar-Kraftwerke dort sauberen Strom produzieren, wo jetzt Ruß in die Luft geblasen oder Brennstäbe ins Wasser getaucht werden, sind so groß wie noch nie. Vorausgesetzt grünes Gewissen beflügelt den politische Willen.
 
"Selbst bei den fortschrittlichsten Kohlekraftwerken ist in punkto Wirkungsgrad das Ende der Fahnenstange bald erreicht", sagt Jürgen Landgrebe Energieexperte beim Umweltbundesamt. Nach vielen Jahrzehnten Optimierung sei endgültig Schluss. Die regenerativen Systeme dagegen stünden nach 10 bis 20 Jahren erst am Anfang ihrer Entwicklung. Da seinen noch erhebliche Potentiale zu erschließen.
 
Ade, strahlende Zukunft?
 
Landgrebes Konzept für eine zukünftige Energiepolitik bedient sich deshalb vor allem zweier Verben: einsparen und umstellen. Und – das betont er beständig – den Menschen bewusst machen, dass sich auch heute schon das Geizen lohnt: "Die Energiesparlampe amortisiert sich schon nach wenigen Betriebsstunden, ein Heizkessel immerhin nach ein paar Jahren." Bis 2050 soll, so Landgrebe, etwa die Hälfte der Energie für Deutschland durch Wind, Sonne und Erdwärme erzeugt werden. Ade, strahlende Zukunft?
 
Wohl kaum. "Bei der politischen und gesetzlichen Lage im Moment, ist dieses Ziel nicht zu erreichen", sagt die Klimaexpertin der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Gabriele von Goerne. Sie gibt sich wenig optimistisch: Der "Energiegipfel" der vergangenen Woche habe das erneut bestätigt. Zu den Gesprächen hatte der Kanzler die Großen der Energiebranche eingeladen. Mit von der Partie auch Wirtschaftminister Wolfgang Clement, der "Kohlenkumpel". Umweltminister Trittin musste zu Hause bleiben – keine Gegenwehr, also? Ein einmütiges Abstecken von Claims sei das gewesen, sagt Goerne.
 

Zum Energiegipfel "hochgejazzt"
 
Zwar hatte der Kanzler dem Umweltminister und der Öffentlichkeit versichert, dass es sich bei dem Treffen mit den Konzernchefs nicht um eine Frontstellung gegen Trittin gehandelt habe und dass es in erster Linie ums "Kennenlernen" gegangen sei. Doch behaglich kann es Trittin, beim Gedanken an das Beisammensein von Kohlebossen und Autokanzler nicht gewesen sein. Vor der Presse gab sich der Umweltminister dennoch diplomatisch. Das Treffen sei von "interessierter Seite" zum Energiegipfel "hochgejazzt" worden. Eine ganz andere Interpretation lieferte sein Grünen-Parteikollege, der Umweltpolitiker Reinhard Loske. Das Treffen an sich sei schon "ein Angriff auf den Klimaschutz."
 
Dabei könnte alles so sauber enden. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes ist bis zum Jahr 2020 mit einer Reduzierung der heute bestehenden Kraftwerk-Kapazitäten auf unter 40.000 Megawatt (MW) zu rechnen. Die derzeitige Bruttoleistung belaufe sich auf 120.000 MW. Bereits 2010 sei ein Ersatzbedarf von mindestens 10.000 MW zu erwarten. Ein echte Chance für regenerative Energien, attestiert Trittins Behörde und stellt sich schon als Weichensteller für die "Energiewende" auf.
 
So resümiert das Umweltbundesamt seinen Bericht kämpferisch: "Die nachhaltige Energienutzung in Deutschland ist machbar." Ob der sprichwörtliche Zug aber irgendwann mit Solar-Kollektoren in eine grüne Zukunft rollt oder ob er sich nicht längst als stinkendes Dampfross entpuppt hat – also, um beim Sprichwort zu bleiben, längst abgefahren ist – das wird sich bald zeigen; anhand der Gästeliste beim nächsten Gipfel, zum Beispiel. "Wir werden die ganze Debatte verfolgen," sagt Greenpeace-Mitarbeiterin Goerne. "Und wir werden versuchen Einfluss zu nehmen." Und dann? "Tja, mal sehen," sagt sie und lächelt etwas verlegen. Trittin ist erst mal in den Urlaub gefahren.


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News Mehr Geld 14.08.2003
 
für erneuerbaren Energien

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat den großen Stormversorgern schwere Versäumnisse vorgeworfen. Die Konzerne hätten nicht in moderne, ökologische Technik investiert, kritisierte der Grünen-Politiker in Berlin. Stattdessen seien durch Tricks Investitionen in umweltfreundliche Kraftwerke verhindert worden.
 
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) war am Abend in Berlin mit den Chefs der vier großen deutschen Stromversorger zu einem Gespräch über die Lage der Energiewirtschaft getroffen. Die Zusammenkunft im Kanzleramt galt nach Angaben der Bundesregierung vor allem dem Kennenlernen, weil drei der Manager ihre Aufgaben erst kürzlich übernommen hätten. Die Beratungen wurden nach rund drei Stunden beendet, Informationen zu den Inhalten des Treffens gab es zunächst nicht.
 
Mehr Geld für Offshore-Windparks
In einem Interview der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" kündigte Trittin an, den Anteil von Ökostrom am gesamten Stromverbrauch in Deutschland bis 2010 von derzeit acht auf 12,5 Prozent zu steigern. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien etwa 20 Prozent betragen. Um dieses Ziel zu erreichen, will der Minister Windparks auf dem Meer, Solaranlagen auf Freiflächen und große Wasserkraftwerke besonders fördern.
 
Kritik hatte es in letzter Zeit vor allem an der Förderung von Anlagen im Binnenland gegeben, wo kaum Wind weht. Außerdem sei die Förderung an vielen Standorten zu hoch, da die Windräder mittlerweile viel leistungsfähiger geworden seien. Dem will das Umweltministerium nach eigenen Worten nun Rechnung tragen.
 
Wind ist der mit Abstand wichtigste Energieträger beim Ökostrom. Aber auch die Sonnenenergie soll nach der Novelle besser gefördert werden. Nach dem Auslaufen des so genannten 100.000-Dächer-Programms, das Zuschüsse für die Installation von Solarzellen gewährte, wird es weiter eine Förderung für Anlagen an Häusern geben. Solarzellen dürfen dem Entwurf zufolge sonst aber nur auf versiegelten Flächen oder auf zu Grünland umgewidmeten Ackerflächen entstehen. Der Entwurf muss nun mit den anderen Bundesministerien abgestimmt werden.
 

Absage an weitere Ökosteuer

Trittin und Bundesfinanzminister Hans Eichel wiesen zudem Forderungen von Grünen-Politikern nach einer weiteren Erhöhung der Ökosteuer zurück "Ich halte das in der jetzigen Situation für völlig falsch", sagte Trittin im Deutschlandfunk zu Forderungen aus seiner Partei nach einer Ökosteuer-Erhöhung. Das passe nicht zum gerade von der Regierung gesetzten Signal für Entlastungen bei der Einkommenssteuer. Eichel erklärte, er sei strikt gegen irgendwelche Steuererhöhungsdebatten.
 
Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Winfried Hermann, hatte sich in der "Welt" für eine Anhebung der Ökosteuer um ein bis zwei Cent pro Liter auf Benzin und Diesel ausgesprochen. Seine Fraktionskollegin Michaele Hustedt äußerte sich im InfoRadio Berlin-Brandenburg in die gleiche Richtung. Sie führte an, im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen sei vorgesehen, im kommenden Jahr über eine "Weiterentwicklung der Ökosteuer" zu sprechen.



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News Solarverband Informiert 30.07.2003
 
neue Informationen zu Fördermitteln und Technik.


Über 600.000 Hauseigentümer haben in Deutschland bereits von staatlichen Fördermitteln für ihre Solaranlage profitiert. Wer auch für sein Haus Sonnenenergie nutzen möchte, kann sich künftig kostenfrei im Internet über die ihm zustehenden Fördermittel informieren. Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. bietet ab sofort gemeinsam mit der bundeseigenen KfW-Bankengruppe unter www.solarfoerderung.de ein interaktives Informationsportal. Der Internetratgeber bietet herstellerneutral und kostenfrei sowohl Infos zu Fördermitteln, als auch Grundlagen- und Expertenwissen zur Solartechnik.

In Deutschland werden Solaranlagen auf unterschiedliche Art staatlich gefördert: So zahlt die Bundesregierung für Solarwärmeanlagen Zuschüsse und für Photovoltaikanlagen zur solaren Stromerzeugung gibt es zinsverbilligte Darlehen der KfW-Bankengruppe. Im neuen Ratgeberportal kann der Interessent unverbindlich seine individuellen Wünsche und Rahmenbedingungen eingeben. Er erhält sofort eine aktuelle Übersicht der ihm zustehenden Fördermittel. Die Beratung ist anonym und kostenfrei.

Auch zur Technik von Solaranlagen enthält www.solarfoerderung.de umfassende Informationen: herstellerneutral kann sich der Interessent über die Auslegung und den prognostizierten Ertrag der Anlage an seinem Standort informieren.



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News Solaranlagen bei Neubauten Pflicht 20.05.2003


Was wäre, wenn? Wenn Solaranlagen bei Neubauten Pflicht wären? Etliche Umweltverbände und Initiativen fordern, dass die Energiewende auch im Ordnungsrecht verankert wird, dass Klimaschutz und Solarenergie-Nutzung Eingang finden in die Bebauungspläne. In der katalanischen Hauptstadt Barcelona ist das der Fall, mit sichtbarem Erfolg. Mit der "Ordenanza Solar", der Solaranlagenverordnung, schreibt die spanische Stadt seit August 2000 vor, dass Neubauten mit einer Solarwärmeanlage ausgestattet werden müssen. Und sorgte so für kräftiges Wachstum bei der Nutzung der Sonnenenergie: Die installierte Kollektorfläche wuchs in kurzer Zeit von 1.350 Quadratmetern auf 6.321 Quadratmeter. Einen vergleichbaren Weg geht die hessische Kommune Vellmar: Sie schließt mit den Bauherren einer neuen Siedlung Verträge, in denen die Solaranlage vorgeschrieben ist.

Die Vellmarer Stadtverordneten David Sehrbrock (links) und Fabio Longo vor der "Solarsiedlung"Foto: Die Vellmarer Stadtverordneten David Sehrbrock (links) und Fabio Longo (beide SPD) bei einem Ortstermin in der "Solarsiedlung auf dem Osterberg", Vellmar. In diesem Abschnitt sind bereits mehrere Einzelhäuser mit Solarwärmeanlage errichtet worden. Im Hintergrund die Stadt Vellmar bei Kassel (18.000 Einwohner). Quelle: F. Longo.


Das Ziel, alle Häuser des neuen Stadtviertels mit Sonnenwärme zu versorgen, will Vellmar mit einem "Städtebaulichen Vertrag" erreichen. Der Bebauungsplan gibt lediglich die Leitlinie einer klima- und umweltschonenden Stadtentwicklung vor, enthält aber keine Ausführungsvorschriften für die flächendeckende Nutzung der Sonnenstrahlung. Das regelt der städtebauliche Vertrag (§ 11 Baugesetzbuch), den Bauherren und Kommune schließen. Das Konzept geht zurück auf die Initiative der SPD-Stadtverordneten Fabio Longo und David Sehrbrock. Sie sehen im Vellmarer Modell einen Ansatz, mit dem Städte und Gemeinden bundesweit Maßstäbe in Sachen Klimaschutz setzen können. Dass dies nicht unbedingt auf Gegenliebe seitens der Bauträger und in der eigenen Verwaltung stoßen muss, ist ihnen bewusst. Die Stadtverwaltung Vellmars sei in Sachen Solarsiedlung viel zu bescheiden und halte sich noch immer bedeckt, wenn es um diese beispielhafte Lösung für konkreten Klimaschutz vor Ort gehe, sagen Longo und Sehrbrock.


Solarwärme in Europa: ambitionierte Ziele auf allen Ebenen

Bis 2050 sollen erneuerbare Energien 50 % des Primärenergiebedarfs in Europa decken. So will es die Europäische Union. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen laut EU-Weißbuch und Richtlinie "2001/77/EG" in ihren Mitgliedsländern 100 Millionen Quadratmeter Solarkollektoren installiert sein. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. In den einzelnen Staaten gibt es zahlreiche Anreize für private und öffentliche Bauherren, auf die Nutzung der Sonnenenergie umzusteigen. In Deutschland gibt der Bund für Solarwärmeanlagen Zuschüsse in Höhe von 125 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Nach Auskunft der Solar-Verbände wächst die Nachfrage nach thermischen Solaranlagen wieder, nachdem sich die Bauherren im Jahr 2002 in Punkto Solarwärme zurückgehalten haben. Dennoch wünschen sich viele Installateure und Planer handfeste Vorgaben, welche die Solaranlage nicht nur als freiwillige Verbesserung des Eigenheims vorsehen, sondern zum zentralen Bestandteil des Energiekonzepts machen. Die zur Nutzung der Solarenergie geeignete Dachfläche in Deutschland beträgt laut "Arbeitsgemeinschaft Solarwirtschaft" 800 Millionen Quadratmeter. Wird die Hälfte dieser Dachflächen mit Solaranlagen belegt und wiederum eine Hälfte davon mit solarthermischen Kollektoren, ergibt sich für die Solarwärme eine Gesamtinstallationsfläche von 200 Millionen Quadratmeter, errechneten die Solar-Verbände. Bis zum Jahr 2010 prognostizieren sie einen Markt von 10 Millionen Quadratmetern Kollektorfläche pro Jahr. Dieses Ziel verlangt große Anstrengungen. Auf allen Ebenen, einschließlich der Gemeinden. Doch bislang haben sich die Kommunen hinsichtlich einer breiten Einführung solarthermisch beheizter Gebäude zurückgehalten, wie sie beispielsweise vom EUROSOLAR-Präsidenten Hermann Scheer gefordert wird. Das hat sowohl politische als auch rechtliche Gründe. Es scheint, dass es Städten und Gemeinden deutlich leichter fällt, ein Verbot von Kollektoren in denkmalgeschützten Bereichen in ihre Satzungen aufzunehmen als verbindliche Klimaschutz-Pflichten für neue Eigenheime zu etablieren.

Wie in Barcelona sollte auch in Berlin ein deutlicher Zuwachs der Solarwärme erreicht werden. Das scheiterte aber am Widerstand der Baulobby, so die Verfechter einer baurechtlichen Regelung für die Hauptstadt. Die geplante Solaranlagenverordnung für Berlin ist zunächst vom Tisch. Dass Kommunen durchaus einen Spielraum für nachhaltige Städtebaupolitik und den Ausbau der Solarenergienutzung haben, zeigt das Beispiel Vellmar. Grundlage seiner wegweisenden Klimaschutzpolitik ist - im Gegensatz zu Berlin und Barcelona - jedoch keine Verordnung, sondern ein so genannter Städtebaulicher Vertrag. Das bisher beispiellose Konzept der Vellmarer "Solarsiedlung auf dem Osterberg" bietet mit dem modernen Planungsinstrument des Städtebaulichen Vertrags ein einfaches Instrument zur klima- und umweltschonenden Stadtplanung, das von jeder Kommune ohne großen Aufwand umgesetzt werden könne, so der Stadtverordnete und stellvertretende Vorsitzende des Vellmarer Bauausschusses, Fabio Longo.


Solarsiedlung auf dem Osterberg: Sonnenwärme für jedes Haus

Seit einem halben Jahr wird auf dem Osterberg in Vellmar bei Kassel gebaut. Zwölf Hektar groß soll die Siedlung werden, 350 Wohneinheiten sind geplant. Im ersten Bauabschnitt wurden mittlerweile 10 Häuser mit einer Solaranlage errichtet. Das Ziel, das gesamte Stadtviertel solar mit Wärme zu versorgen, will Vellmar mit dem Städtebaulichen Vertrag (§ 11 Baugesetzbuch) erreichen. Er beruht auf dem Konzept des "Förderns und Forderns" - und macht die Solarsiedlung zum Gemeinschaftsprojekt von Bauherren und Stadt. Fördern heißt in Vellmar, dass die Stadt jedem Bauherren eine Energieberatung finanziert und so hilft, Kosten durch Energiesparen zu senken. Fordern bedeutet, dass die Bauherren verpflichtet sind, eine Solarwärmeanlage mit vorgegebenem Wirkungsgrad zu installieren. Der städtebauliche Vertrag räumt rechtliche und wirtschaftliche Bedenken aus und unterscheidet sich von einer Satzung (Ortsrecht) im Wesentlichen dadurch, dass die Bauherren von der Kommune eine Gegenleistung erhalten. Eine solche Regelung sei kein Zwangsvertrag, sondern einen Chancenvertrag, betont Longo: Die Stadt mache den Bauwilligen lediglich die notwendigen Vorgaben für klima- und umweltschonendes Bauen. Hier sieht Fabio Longo auf einer Linie mit Prof. Dr. Klaus Töpfer (CDU), Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms Unep, der im Spiegel erklärt hatte "Aufgabe der Politik ist es, das Notwendige mehrheitsfähig zu machen und nicht, Mehrheitsmeinungen zum Ziel der Politik zu erklären. (Spiegel Nr. 46/2000, S. 111).

SolarkollektorenDie geforderten Mindeststandards umfassen die technisch ausgereiften Anlagen zur Nutzung von Solarwärme und Regenwasser. Solarkollektoren sollen nach Auffassung von Initiativen und Verbänden integraler Bestandteil des Energiekonzepts von Neubauten werden. Richtig dimensionierte Solarwärmeanlagen decken 50 - 65 % des Warmwasserbedarfs. Foto: DFS, BSi.


Weitergehendes Engagement in Richtung Nullemissionshaus sei jedem einzelnen freigestellt, beispielsweise durch den Bau von Solarstromanlagen oder mit hoch effizienten Heizungsanlagen. Die von der Stadt finanzierte Beratung durch Energieagenturen mache die Bauherren unabhängig von den Architekten und versetze sie in die Lage, eigene Vorstellungen in die Energieplanung ihres Hauses einzubringen. Dabei überfordere der städtebauliche Vertrag die Bauherren keinesfalls, unterstreicht der Stadtverordnete: Für die Solar- und Regenwassernutzungsanlagen beliefen sich die Investitionskosten unter Berücksichtigung der Synergieeffekte beim Neubau auf rund 5.000 Euro netto. Bei den erwarteten, mittel- und langfristig steigenden Kosten für fossile Energieträger würden sich Solaranlage und Niedrigenergiebauweise durchaus bezahlt machen.


"Ausgewogenes Verhältnis von Rechten und Pflichten"

Der Vertrag enthalte ein ausgewogenes Maß an Eigenverantwortlichkeit der Bauherren und Verantwortlichkeit der Stadt, sagte Fabio Longo bei der Präsentation der Vorlage in der Stadtverordnetenversammlung. Das Verhältnis von Pflichten und Rechten sei ausgeglichen. Die spezifischen Regelungen hinsichtlich des solaren Beitrags zur Wärmeversorgung seien gerecht. Die Wertschöpfung ansässiger Unternehmen des Sanitär-Heizungs- und Klimahandwerks hält Longo darüber hinaus auch für wirtschaftlich sinnvoll. Konkret verpflichten sich die Bauherren der auf dem Vellmarer Osterberg nach Süden ausgerichteten Häuser, eine Solarwärmeanlage zu installieren, die im Jahresmittel 50 % der Energie für die Brauchwassererwärmung und mindestens 10 % der Energie für die Raumheizung gewinnt. Häuser, deren Firstrichtung um mehr als 45° von der Ost-West-Achse abweicht, müssen mindestens 40 % des Brauchwassers solar erwärmen. Die Anlagendimensionierung ist von einem Energieberater nachzuweisen. Die Solar- und Regewassernutzungsanlagen sind in den Bauantrag aufzunehmen. Als Gegenleistung übernimmt die Stadt Kosten für die Energieberatung und wärmeschutzbezogene Betreuung bis zu einem Gesamtbetrag von 460 Euro. Unabhängig davon erhalten die Bauherren die staatliche Kollektorförderung von 125 Euro / m2. Für Regenwassernutzungsanlagen gibt es nach dem städtebaulichen Vertrag städtische Zuschüsse bis zu 400 Euro (Gartenbewässerung) beziehungsweise 600 Euro, wenn das Regenwasser auch für permanente Verbrauchsobjekte (Toilettenspülung) genutzt wird. Bei mehreren Wohnungen sinkt der anteilige Zuschuss; bei sieben und mehr Wohnungen werden 3.000 Euro bezahlt. Die Mitarbeiter der Bauverwaltung kontrollieren den Einbau der Anlagen; einen Vertragsbruch kann die Stadt mit Geldstrafen ahnden.


Das Modell Vellmar: Vorbild für den Klimaschutz in Städten und Gemeinden

Viele Kommunen würden gerne Regeln für den Umwelt- und Klimaschutz schaffen, zum Beispiel Vorgaben zur Solarwärmenutzung in den Bebauungsplänen, sagt der auf das Städtebaurecht spezialisierte Jurist Longo. Doch aus Unsicherheit und wegen mangelndem Mut werde oft nicht gehandelt. Auf der einen Seite bestünden nach wie vor unbegründete Befürchtungen, solares Bauen widerspreche den wirtschaftlichen Interessen der Bauherren. Auf der anderen Seite werde von Vertretern der Kommunen die Rechtsunsicherheit hinsichtlich der eigenen Kompetenzen für Klimaschutz-Maßnahmen ins Feld geführt, besonders mit Blick auf eine mögliche ungleiche Lastenverteilung auf die Bürger. In einem Aufsatz für die Zeitschrift "Solarzeitalter" räumte Longo diesbezügliche Bedenken aus.

Der Vellmarer Architekt Dipl.-Ing. Holger UmbachDie juristischen Kontroversen über den Gestaltungsspielraum der Städte und Gemeinden seien zwar nachvollziehbar, sollten aber nicht vom Handeln abhalten. Der Vellmarer Architekt Dipl.-Ing. Holger Umbach lobt die Bauherren der Eigenheime auf dem Osterberg: "Im Gegensatz zu manchem Bauträger (Gebäude rechts im Bild) haben die meisten privaten Bauherren umgehend eine Solarwärmeanlage installiert. Foto. F. Longo.


Das seit 1998 im Baugesetzbuch enthaltene Ziel, bei der Aufstellung der Bauleitpläne die Belange des Umweltschutzes, auch durch die erneuerbaren Energien, zu berücksichtigen, sei durch eine widersprüchliche Gesetzesbegründung der damaligen Regierung zum Gegenstand juristischer Kontroversen geworden. Der erstaunlich klare Wortlaut des Gesetzes habe jedoch absoluten Vorrang und die überwiegende Zahl der Veröffentlichungen erkenne eine solche Befugnis der Kommunen an, stellt Longo fest. Ihre Kompetenz zum Klimaschutz müssen die Kommunen aber erst beweisen. Es gilt, den so genannten bodenrechtlichen Bezug herzustellen, indem sie ein planerisches Gesamtkonzept erstellen. Dieses muss erkennen lassen, dass ein Baugebiet in besonderer Weise klima- und umweltschonend gestaltet wird (z.B. Öffentlicher Nahverkehr, an der Solarstrahlung orientierte Stadtplanung). Ohne einen in sich schlüssigen ökologischen Städtebau ließe sich eine isolierte Vorschrift zur Solarwärmenutzung nicht rechtfertigen und biete Angriffsfläche für Kontroversen.


Vorreiter in den Bundesländern, Handlungsbedarf beim Bund

Rechtliche Klarheit besteht laut Longo in Hessen, im Saarland und in Hamburg. Diese Länder haben Landesbauordnungen, welche den Einsatz der regenerativen Energien regeln. Auf dieser Basis können die Kommunen die Nutzung von Solarwärme in Neubaugebieten vorschreiben, argumentiert der engagierte Stadtverordnete. In Hessen zum Beispiel könnten die Gemeinden "durch Satzung bestimmen, daß (...) im Gemeindegebiet oder in Teilen davon (...) bestimmte Heizungsarten vorgeschrieben werden, wenn dies nach den örtlichen Verhältnissen (...) aus Gründen des Wohls der Allgemeinheit zur rationellen Verwendung von Energie geboten ist (...)", zitiert Longo § 87 der Hessischen Bauordnung (heute: § 81 HBO). Der Grundsatz "Global denken, lokal handeln" sei hier konkret gefasst. Endgültige Klarheit werde geschaffen, wenn er auch im Baugesetzbuch unzweideutig verankert würde, fordert das SPD-Mitlied die rot-grüne Bundesregierung auf. Bis dahin müssen Kommunen in den übrigen Bundesländern nicht untätig bleiben. Ihnen rät Longo zu öffentlich- rechtlichen Vereinbarungen mit den Bauherren, dem städtebaulichen Vertrag (§ 11 Absatz 1 Nr. 2 Baugesetzbuch). Dieser verlangt angemessene Gegenleistungen der Stadt, zum Beispiel in Form eines Baukostenzuschusses oder anderer Leistungen, welche dem Bauherren Vorteile versprechen. Für letzteres entschied sich die Stadt Vellmar: Sie übernimmt die Kosten für eine umfassende Energieberatung und die wärmeschutzbezogene Betreuung in der Planungs- und Bauphase. Doch schon im Vorfeld der geplanten Solarsiedlung setzte Vellmar auf erneuerbare Energien, erklärt David Sehrbrock, Vorsitzender des Umweltausschusses. Städtische Sozialwohnungen im Ortskern Frommershausen wurden mit Solarwärmeanlagen und Anlagen zur Regenwassernutzung ausgerüstet; ein Kindergarten, das Bürgerhaus Obervellmar sowie eine Sporthalle und das Freibad beziehen ebenfalls Wärme von der Sonne.

Die Stadtverordneten Sehrbrock (links) und Longo; Projekt "Solarsiedlung Osterberg"Die Stadtverordneten Sehrbrock (links) und Longo; Projekt "Solarsiedlung Osterberg", aufgenommen aus Richtung des Grünstreifens zwischen Obervellmar und Vellmar-West. Foto: F. Longo.



Vellmar auf dem Weg zur "Solarhauptstadt Nordhessens":
der städtebauliche Vertrag und seine Umsetzung

Nachdem der Arbeitskreis "Wohnen" im Rahmen der Lokalen Agenda 21 verschiedene Konzepte für eine Versorgung des Osterbergs mit erneuerbaren Energien diskutiert und vorgestellt hatte, darunter auch eine Nahwärmeversorgung sowie ein Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 24.06.2002 den "Städtebaulichen Vertrag für klima- und umweltschonendes Bauen" mit großer Mehrheit. Zuvor hatte die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt, in Folge dessen die meisten Bauparzellen entsprechend der Grundsätze des solaren Bauens nach Süden ausgerichtet wurden. Der erste Bauabschnitt weist 77 Baugrundstücke aus, davon 64 für Einzelhäuser. Bis März 2003 sind 45 Grundstücke verkauft worden. Alle Käufer hätten den Vertrag rechtsverbindlich unterschrieben, berichtet Fabio Longo. Inzwischen sind nach seiner Auskunft 10 Solarwärmeanlagen installiert worden. Grund zu Freude für die Initiatoren und für Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD): Die Vision eines "solaren Osterbergs" nimmt Gestalt an. Die ersten Schritte sind getan zu einem Baugebiet, in dem alle Häuser Solarenergie nutzen und effektiv Energie sparen.

Solarer sozialer Wohnungsbau in VellmarUm die Motivation der Bauherren zu stärken und die Identifikation mit dem Projekt zu fördern, plant Vellmar einen Wettbewerb, bei dem die schönste Solararchitektur und das beste ökologische Solarkonzept mit Geldpreisen ausgezeichnet werden. Der "Vellmarer Solarpreis" soll das öffentliche Forum der Solarsiedlung werden und dem Konzept sowie dem städtebaulichen Vertrag überregionale Beachtung verschaffen. Solarer sozialer Wohnungsbau in Vellmar: Im Stadtteil Frommershausen wurden im 1. Bauabschnitt 25 Quadratmeter Kollektorfläche installiert; im 2. Bauabschnitt folgten weitere 30 Quadratmeter. Foto: F. Longo.


Die Stadtverordneten Fabio Longo und David Sehrbrock sehen in der Vellmarer Siedlung am Osterberg mehr als nur eine weitere Solarsiedlung. Im Gegensatz zu den faszinierenden, technisch und finanziell ambitionierten Initiativen in Nordrhein-Westfalen (50 Solarsiedlungen) und in Freiburg (Rolf Dischs Plusenergiehäuser) sollen Stadt und Bauherren ohne spezielle Förderung von Staat und Wirtschaft auskommen. Der Vellmarer Weg setze darauf, ganz "normale" Bauherren und Bauträger für einen Mindest-Standard des solaren Bauens zu gewinnen. Daher eigne sich das Projekt so gut für die Anwendung im großen Stil. Mit individuellen Anpassungen könne jede Kommune problemlos den Vellmarer Weg beschreiten. Die geplante Siedlung auf dem Osterberg umfasse ein viel größeres Gebiet als die bisher realisierten Projekte, so Longo. Deshalb würde die Bezeichnung solares Stadtviertel oder Solarquartier eigentlich besser passen, ergänzt er selbstbewusst. Dass lokale Initiativen großes persönliches Engagement erfordern und sich auf den langen Marsch durch die Institutionen begeben müssen, ist ihm klar. Doch habe in Barcelona ein einziger grüner Stadtrat genügt, um die solare Wende herbeizuführen - gemeinsam mit den Initiativen und kompetenten örtlichen Solarfirmen.


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News Erste Europäische Solarthermie-Konferenz 07.04.2003
 


Solarindustrie diskutiert mit Politikern europäische Perspektiven

Die Europäische Union will bis 2010 die Nutzung von Solarwärme verzehnfachen. Wie dies erreicht werden soll, wird die europäische Solar-industrie mit Politikern und Fachleuten aus ganz Europa bei der Europäischen Solarthermiekonferenz 'estec2003' in Freiburg diskutieren. Die erste Konferenz dieser Art findet vom 26. bis 27. Juni in der deutschen Solarhauptstadt Freiburg statt. Im Herzen Europas gelegen, beherbergt Freiburg zur gleichen Zeit die größte europäische Solarfachmesse Intersolar. Deutschland ist mit einem Anteil von 50% der größte europäische Markt für Sonnenkollektoren. In den letzten 10 Jahren hat sich eine zukunftsträchtige Industrie entwickelt. Wie die deutschen Markterfolge auf andere Länder übertragen werden können, ist ein zentrales Thema der Konferenz. Informationen unter www.estec2003.org.

Der Bedarf an der umweltfreundlichen Wärmeerzeugung mit Solarkollektoren ist zweifellos vorhanden. Klimaveränderungen und die Begrenztheit fossiler Ressourcen erfordern eine konsequente Erschließung erneuerbarer Energien. Solaranlagen können in ganz Europa dauerhaft und ohne Umweltbelastung Warmwasser, Heizung und sogar Kühlung bereit stellen.

'Solarthermie, die Wärmeerzeugung mit Solarenergie, ist ökologisch notwendig, ökonomisch sinnvoll und politisch gewollt', so Ole Pilgaard, Präsident von ESTIF, dem europäischen Industrieverband für Solarthermie. 'Die EU will die derzeit installierte Kollektorfläche bis 2010 auf 100 Mio. m² verzehnfachen. Dazu müssen in den meisten europäischen Ländern die Märkte noch entwickelt werden.'

Die wichtigsten Elemente der Marktförderung sind Zuschuss- und Kreditprogramme, eine angepasste Technik, umfassende Information von Kunden und Akteuren, Qualifizierung von Installateuren und der Aufbau von Vertriebsnetzen.

'Deutschland, Österreich und Griechenland sind Vorreiter bei der Solarwärme-Nutzung', bestätigt Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer vom deutschen Bundesverband Solarindustrie, BSi, der die estec2003 organisiert. 'Solarkollektoren werden immer mehr zum normalen Bestandteil eines Hauses. Und je mehr Solarenergie genutzt wird, desto mehr steigt das Vertrauen in die clevere und ausgereifte Technik. Unsere positiven Erfahrungen wollen wir in ganz Europa verbreiten. Die Solarkonferenz in Freiburg ist hierfür eine hervorragende Gelegenheit.'

Ein Forum wie die estec2003 hat es bisher noch nicht gegeben. 300 Experten aus ganz Europa werden erwartet, die Märkte und Markt-Entwicklungsprogramme, politische Rahmenbedingungen, Qualitätssicherung, neue Technologien und Finanzierungsmodelle diskutieren. Vor allem sucht die Industrie den Dialog mit der Politik, denn es braucht derzeit noch die entsprechenden Rahmenbedingungen, um die Märkte aufzubauen. Ein Programmkomitee aus neun Vertretern europäischer Fachverbände stellt das Vortragsprogramm zusammen. Alle Beiträge werden simultan auf deutsch, englisch und französisch übersetzt.

Die estec2003 (European Solar Thermal Energy Conference 2003) wendet sich an Hersteller, Händler, Politiker, Ingenieurbüros, Energieagenturen, Finanzdienstleister, Investoren, Nutzer großer kommerzieller Solarthermie-Anlagen und Wissenschaftler aus ganz Europa. Sie erleichtert internationale Kontakte, bietet Informationen aus erster Hand und wird eine europäische Strategie zur Markterschließung definieren. Die estec2003 findet am 26. und 27. Juni in Freiburg statt. Der zweite Tag ist gleichzeitig der erste Tag der Intersolar, der größten europäischen Fachmesse für Photovoltaik und Solarthermie. Ein Newsletter informiert wöchentlich zu den Themen der Konferenz. Bestellung unter: www.estec2003.org


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News Greenpeace verurteilt US-Angriff auf Irak 21.03.2003
 
Greenpeace verurteilt diesen illegalen und einseitig ausgerufenen Krieg gegen den Irak und ruft zu einem sofortigen Waffenstillstand sowie zu Friedens- und Abrüstungsverhandlungen auf.

Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace International, erklärte dazu:

"Dieser Angriff ist ein enormer Rückschlag für die internationalen Bemühungen für Frieden und globale Sicherheit, und kündet vom Beginn einer neuen Weltordnung auf der Basis von einseitigen Machtinteressen. Krieg ist niemals eine Lösung, sondern Teil des Problems.

Dieser Krieg ist ein gefährlicher Präzedenzfall für zukünftige Konflikte mit Staaten, die internationale Verträge verletzen, so wie Indien, Pakistan, Nord Korea und Israel. Die USA und ihre Verbündeten verletzen internationales Recht. Das lässt die Sorge wachsen, dass es auch zu Kriegsverbrechen und zu einer Missachtung des internationalen Rechts hinsichtlich des Schutzes der Zivilbevölkerung und der Umwelt kommen könnte. Greenpeace befürchtet, dass dieser Krieg zu schweren Verwüstungen für Mensch und Umwelt führen wird. Wir werden weiterhin alles in unserer Macht daran setzen, die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass dieser Krieg nicht zu mehr globaler Sicherheit führt.

Die US-Attacke ist ein Weckruf für alle, die für Frieden, Demokratie und das internationale Recht eintreten. Wir rufen alle Menschen, Regierungen und internationale Organisationen auf, ihre Ablehnung dieses illegalen Krieges deutlich und verstärkt zu äußern, und Gerechtigkeit und Gleichheit zu verteidigen. Nur so kann dieser Krieg zu einem frühen Ende gebracht und eine Zukunft vermieden werden, in der die Mächtigen ihre Eigeninteressen durchsetzen."
Internet:  www.greenpeace.org/deutschland/


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News E$$O plant schon für die Zeit danach 19.03.2003
 
Hamburg/Wien (sit) - In der Wiener E$$O-Zentrale konnte es am Dienstagmorgen nicht recht hell werden: 300 Quadratmeter Stoff verdunkelten das Gebäude. Greenpeace-Aktivisten hatten vom Dach aus ein Riesentransparent mit dem Slogan "Krieg - Nein Tanke" entrollt. Mit der Verdunkelungsaktion machten sie auf die Rolle aufmerksam, die der Ölmulti hinter den Kulissen des US-amerikanischen Aufmarschs am Golf spielt. Applaus von Passanten und beifälliges Hupen vorbeifahrender Autofahrer begleiteten den Protest.

"Die wirtschaftliche Abhängigkeit der USA vom Öl ist enorm. Rund ein Viertel der gesamten Weltjahresproduktion verschlingt allein der "American Way of Life". Und wie kein zweiter US-Konzern sorgt E$$O dafür, dass das auch so bleibt. Die Ablehnung des Kyoto-Protokolls für den Klimaschutz durch George W. Bush ist maßgeblich auf den Einfluss von E$$O zurückzuführen. Experten der Deutschen Bank haben in einem Bericht über ExxonMobil (E$$O) vom September 2002 den "großen politischen Einfluss" des Konzerns hervorgehoben. "Nach einem Regimewechsel im Irak", schrieben sie, "könnte der Gesellschaft (ExxonMobil) die 'pole Position' zufallen".

Dazu passt, dass der Ölmulti seit Jahren amerikanische Lobbygruppen finanziert, die offen zum Krieg gegen den Irak aufrufen. In Gesprächen mit der US-Regierung und Kontakten zur irakischen Opposition hat E$$O bereits für die Zeit nach einem Krieg seine Fühler ausgestreckt.

"Im drohenden Krieg wird die wichtigste Beute aus dem irakischen Öl bestehen", sagt Westerhof. "E$$O hat sich aktiv dafür eingesetzt, dass die USA vom Erdöl abhängig bleiben. ?Deswegen ist E$$O mitverantwortlich dafür, dass die US-Regierung glaubt, mit militärischen Mitteln ihre Macht im ölreichen Nahen Osten sichern zu müssen."

Auf den Besuch vom Dienstag hat E$$O wie üblich reagiert: Der Konzern droht mit einer Klage, um seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. E$$O-Mitarbeiter fotografierten während der Aktion sämtliche Aktivisten auf dem Dach und auf der Straße. Ein Angestellter kletterte aufs Dach und provozierte die Greenpeacer mit einem Messer - ein ebenso plumper wie vergeblicher Versuch, die Demonstranten aus ihrer friedlichen Haltung zu locken. Die Greenpeacer riefen die Polizei, die prompt reagierte, den E$$O-Mitarbeiter vom Dach holte und die Ermittlung aufnahm.
Internet:  www.greenpeace.org/deutschland/


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News Europäische Solarthermie-Industrie 14.03.2003
 
Internationale Konferenz im Juni in Freiburg

Sonnenwärme aus Kollektoren kann bis 2050 ein Fünftel zu unserer Energieversorgung beitragen. Um dieses Ziel voranzutreiben, hat sich der europäische Industrieverband für Solarthermie ESTIF gegründet. Bereits in den letzten Jahren hat sich die Solarthermie-Branche in Europa mit etwa 1,1 Mrd. € Umsatz zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Die EU will bis 2010 sogar eine Verzehnfachung der Kollektor-fläche verwirklichen. Wirtschaft und Politik brauchen dafür Informationen und Kontakte. Dazu veranstaltet der neue Verband die erste europäische Solarthermie-Konferenz estec2003 im Juni in Freiburg. Organisiert wird sie vom Bundesverband Solarindustrie BSi.

'Die Gründung von ESTIF als Fusion zweier Verbände markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung der Solarthermie-Industrie', erklärt Ole Pilgaard, der Präsident von ESTIF. 'Wir sind entschlossen, das in Studien belegte Potential auch auszuschöpfen. Dazu haben wir vor kurzem unsere Vertretung in Brüssel bezogen. So können wir mit einer Stimme unsere Vorstellungen besser in die Beratungen einbringen. Denn hier werden immer mehr Entscheidungen, die uns direkt betreffen, vorbereitet und entschieden.' Ein Beispiel ist das Ziel der EU-Kommission, von 1997 bis 2010 die installierte Kollektorfläche zu verzehnfachen.

Die Wärmegewinnung aus Sonnenenergie bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Öl oder Erdgas. Das aktuelle Energieszenario des Umwelt-bundesamtes vom Sommer 2002 zeigt, dass bis 2050 Solarthermie einen Anteil von 20% an der weltweiten Energieversorgung leisten kann. Dieses Potential ist kurzfristig umsetzbar, die Technologie ist ausgereift und verfügbar.

Zur Zeit werden Solarkollektoren vor allem für Wassererwärmung und Heizungsunterstützung auf Hausdächern verwendet. Diese Technik ist für die deutsche Wirtschaft hochinteressant. Der Mittelstand profitiert von der Herstellung und dem Export in europäische Länder, das regionale Hand-werk von der Installation solarthermischer Anlagen. Aktuelle Themen sind solarthermische Großanlagen auf Mehrfamilienhäusern oder gewerblich genutzten Gebäuden. Aber auch solarthermische Klimatisierung und Stromerzeugung auf Solarfarmen im Süden Europas werden in Zukunft immer wichtiger.

In absoluten Zahlen dominiert Deutschland den europäischen Markt. Im Jahr 2002 wurden 540.000 m² Kollektorfläche installiert. Österreich und Griechenland folgen mit etwas über 150.000 m². Pro 1.000 Einwohner stehen Österreich und Griechenland jedoch mit rund 20 m² und 14 m² an erster und zweiter Stelle. Deutschland liegt auf Platz 3 mit 6,6 m². Insgesamt vereinigen die drei Länder 75% des europäischen Marktes auf sich.

Die estec2003 (European Solar Thermal Energy Conference 2003) ist die erste große europäische Solarthermie-Konferenz. Sie bietet Unternehmen und Politikern wichtige Informationen und Kontakte rund um die Solar-thermie. Die estec2003 findet am 26.-27. Juni parallel zur Intersolar, der größten europäischen Messe für Photovoltaik und Solarthermie, in Freiburg statt. Ein Newsletter informiert wöchentlich zu den Themen der Konferenz. Informationen dazu gibt es unter www.estec2003.orgAnsprechpartner Pressearbeit
.

Dr. Klaus Heidler, Solar Consulting, Tel 0761 70 72 -530
Konradstr. 17, D-79100 Freiburg, Fax 0761 70 72 -531

heidler@solar-consulting.de

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News Neue Förderrichtlinie für Erneuerbare Energien 03.02.2003
 


Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zeigt geänderte Förderrichtlinien an, jetzt 125 Euro pro m²
In der neuen Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen erneuerbarer Energien wurde die Bundesförderung für Solaranlagen auf einen Zuschussbetrag von 125.- Euro/m² angehoben.

Die neuen Fördersätze gelten für alle Anträge, die nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger bei dem Bundesamt für Wirtschaft eingehen. Vorher gestellte Anträge werden nach den Richtlinien gefördert, die zum Zeitpunkt der Antragstellung galten.
Informationen zur Förderung:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkomtrolle
Referate 434/435/436
Frankfurter Strasse 29-35
65760 Eschborn
Telefon: 06196-908-625
Telefax: 06196-908-800
E-Mail: solar@bafa.de

Internet: www.bafa.de/ener/index.htm


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News Sonne, Wind und Kohle schaffen Arbeitsplätze 06.02.2003
 


Erneuerbare Energien sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Bundesweit wurden in 2001 rund 8,2 Mrd. Euro Umsatz erzielt und 130.000 Arbeitsplätze gesichert. In NRW allein sind nach Schätzungen bei etwa 2.000 Firmen rund 10.000 Arbeitnehmer im Bereich der erneuerbaren Energien tätig.

Auf der 'E-world energy & water', die NRW-Energieminister Dr. Axel Horstmann am 11.02. eröffnet, ist auch das Land prominent vertreten. Drei Tage lang zeigt die Landesinitiative Zukunftsenergien auf dem 500 qm großen NRW-Stand in Halle 1 D-316 innovative Technologien, die auch neue Arbeitsplätze schaffen. Von modernen Kraftwerkstechnologien über den Rollstuhl mit Brennstoffzellenantrieb bis zur Erdwärmenutzung mit Wärmepumpen. Das Energieberatungsmobil der Energieagentur NRW ergänzt das umfassende Informationsangebot für Endverbraucher, Handwerker und Unternehmen.

Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW: 'Deutschland wurde Anfang des Jahres vom World Watch Institute für seine vorbildliche Umweltpolitik gelobt. Bei der Nutzung von Solar- und Windenergie steht die Bundesrepublik an der Weltspitze. In der Verbindung von Ökologie und Ökonomie eröffnen sich daher große Wachstumschancen für Nordrhein-Westfalen. So wurden seit 1987 für die Erforschung, Entwicklung, Demonstration und Markteinführung neuer Energietechnologien rund 560 Mio. Euro für mehr als 46.000 Förderprojekte aufgewendet. Die Landesförderungen zogen weitere Investitionen von fast 2,5 Mrd. Euro nach sich; also rund fünf Euro private Investition für jeden Fördereuro. Wenn im Jahre 2010 rund zehn Prozent des Weltenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden sollen, bieten sich gerade für Unternehmen aus NRW auf diesem Markt hervorragende Chancen.


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News Deutsche zahlen 14 Cent mehr für Benzin 08.01.2003
 
Im Vergleich zum Vorjahr - ADAC: Sprit in allen EU-Ländern teurer

Deutlich höher als vor einem Jahr präsentieren sich zum Jahresbeginn die Kraftstoffpreise in den EU-Ländern. Der ADAC hat bei einer Gegenüberstellung der aktuellen Preise aber auch festgestellt, dass die Teuerungen recht unterschiedlich hoch ausfallen. Den größten Sprung nach oben mit 14 Cent für den Liter bleifreien Eurosuper machte Deutschland, den geringsten Anstieg gab es in Österreich. Hier kletterten die Preise für Eurosuper gegenüber dem Vorjahr lediglich um einen Cent. Wie viel Euro und Cent ein Liter Eurosuper mit 95 Oktan in den zwölf Ländern gleicher Währung kostet, zeigt folgende Übersicht (in Klammern die Preise von Anfang Januar 2002):
  • - Niederlande .....1,17 Euro (1,09)
  • - Finnland ..........1,11 Euro (1,04)
  • - Deutschland .....1,09 Euro (0,95)
  • - Italien ..............1,05 Euro (0,99)
  • - Frankreich .......1,04 Euro (0,95)
  • - Belgien ............1,01 Euro (0,93)
  • - Portugal ...........0,95 Euro (0,86)
  • - Irland ...............0,88 Euro (0,82)
  • - Österreich ........0,83 Euro (0,82)
  • - Spanien ...........0,83 Euro (0,76)
  • - Luxemburg ......0,79 Euro (0,71)
  • - Griechenland ...0,77 Euro (0,71)

Auch in den an Deutschland grenzenden Nicht-EU-Ländern haben sich die Kraftstoffpreise mit Ausnahme von Polen - dort ist Bleifrei um vier Cent billiger geworden - erhöht. Hier die Preise für den Liter Bleifrei Eurosuper (in Klammern die Vorjahrespreise) umgerechnet in Euro:

  • - Dänemark .......1,16 Euro (1,15)
  • - Schweiz ..........0,91 Euro (0,86)
  • - Tschechien .....0,89 Euro (0,78)
  • - Polen ..............0,81 Euro (0,85)

Die Preise in allen genannten Ländern können allerdings stark schwanken. So wie beispielsweise in Österreich, wo die Bleifrei-Preise im Westen des Landes um bis zu zehn Cent über denen im Osten liegen.

Der ADAC im Internet: www.adac.de

Rückfragen:
Reiner Walsch
(089) 7676- 2629


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News BUND: Ökosteuer europaweit einführen 10.12.2002
 
Berlin, 10.12.02: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, die nationalen Ökosteuern auch nach einer europäischen Einigung auf eine Energiesteuer-Richtlinie weiter anzuheben.

Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: 'Die bevorstehende Einigung auf aber umweltpolitisch nicht aus. Zwar beendet die Energiesteuer-Richtlinie das mehr als zehn Jahre währende Tauziehen. Das Einstimmigkeitsprinzip hat jedoch dazu geführt, dass die Richtlinie fast nur aus Ausnahmen und Sonderregeln besteht. Wir erwarten von Finanzminister Hans Eichel, dass er in der morgigen letzten Verhandlungsrunde eine Verabschiedung der Richtlinie ohne zusätzliche Ausnahmen durchsetzt.'
Vor allem müsse der Versuch der französischen Seite zurück gewiesen werden, Ermäßigungen bei Dieselkraftstoffen für LKWs weiter zu verlängern. Dem Umweltschutz wiederspräche auch die Absicht einiger EU-Staaten, im Agrarbereich eingesetzte Energie steuerfrei zu stellen.

Ökologisch vorteilhaft sei dagegen die Absicht, mit neuen Mindeststeuersätzen bei PKW-Kraftstoffen nach der EU-Erweiterung den Tanktourismus nach Polen und Tschechien einzudämmen. Durch die kommende Richtlinie würden zudem die Dieselsteuern in Österreich, Belgien, Luxemburg, Spanien, Portugal und Griechenland angehoben. Das lasse ebenfalls positive Effekte für die Umwelt erwarten. Zahrnt: 'Deutschland darf seine nationale ökologische Steuerreform nicht von den Ökosteuer-Bremsern in der EU abhängig machen. Das macht die bevorstehende Einigung auf einem niedrigen Niveau deutlich. Ökosteuern sind kein Wettbewerbshindernis sondern ein Motor für Innovation und Energieeffizienz. Sie animieren zu reduziertem Verbrauch und steigern die Exportchancen für sparsame Techniken.'

Bei Rückfragen: BUND-Ökosteuerexperte Matthias Seiche, Tel. 030-27586-433 bzw. BUND-Pressestelle, Rüdiger Rosenthal, Tel: 030-27586-425/-489, Fax: -449, mobil: 0171-8311051, E-Mail: presse@bund.net, Internet: www.bund.net  
Der BUND ist die deutsche Sektion von Friends of the Earth International:
www.foei.org


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News RWE Solutions baut Energienetz in Griechenland 08.04.2002
 
400 kV-Leitung versorgt Spielstätten der Olympischen Spiele mit Energie / Auftragsvolumen: 4,3 Mio. Euro.

Frankfurt am Main, 08.04.2002 - Die griechische Public Power Corporation (PPC) hat die RWE Solutions AG, Frankfurt am Main, mit dem Ausbau ihres Energienetzes in den Regionen Attika, Chalkidiki und Florina beauftragt. Insgesamt wird die RWE Solutions drei Leitungen mit einem Volumen von 4,3 Mio. Euro errichten und beseilen. Dabei wird die 400 kV-Leitung in Lavrion-Argiropolis (westlich von Athen) die Spielstätten zu den Olympischen Spielen 2004 mit Energie versorgen. Baubeginn ist Anfang April dieses Jahres, das erweiterte Energienetz soll im Februar 2003 in Betrieb gehen.

In der Region Chalkidiki wird die 40 Kilometer lange Leitung den Versorgungsring zwischen den Städten Nikita und Stagira schließen. Der Vertrag umfasst den Neubau und die Beseilung der 150 kV-Hochspannungsleitung.
In Florina Amindeo (Nordgriechenland) übernimmt RWE Solutions die Beseilung einer 26 Kilometer 400 kV-Leitung. Die Erweiterung soll das neugebaute Gaskraftwerk in Florina an das öffentliche Energienetz anschließen.


http://www.rwe.com  info@rwe.de


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News MVV baut Solarzellenfabrik in Griechenland 27.07.2001
 
Joint Venture der amerikanischen EPV Inc. investiert 22 Millionen Dollar in Kilkis

M
annheim, 27. Juli 2001 - Das im amerikanischen Bundesstaat New Jersey ansässige Energy Photovoltaics, Inc., (EPV), an dem die MVV Energie AG mit 23,51 Prozent beteiligt ist, wird im Rahmen eines Joint Ventures mit der Themeliodomi S.A. Thessaloniki in der griechischen Stadt Kilkis eine neue Solarzellenfabrik bauen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 22 Millionen Dollar, umgerechnet fast 50 Millionen DM. Die Anlage soll Ende 2002 in Betrieb gehen und im Jahr Solarmodule für 5 MW Stromleistung produzieren. Für den Vorstandssprecher der MVV Energie AG, Roland Hartung, ist diese Entscheidung die richtige Antwort auf den gerade in Europa wachsenden Markt für Photovoltaik-Anlagen.

"Die wachsende Nachfrage nach Solarenergie macht die Photovoltaik in immer neuen Anwendungsbereichen wirtschaftlich konkurrenzfähig zu fossilen Energieträgern." Die MVV Energie AG ist bereits auf dem Markt für Solarenergie tätig und stellt derzeit Überlegungen für eine eigene Solarzellenproduktion in Deutschland an. EPV Inc. gilt weltweit als Technologieführer bei der modernen Dünnschicht-Technologie für Photovoltaik-Module.


MVV Energie AG
Investor Relations
Luisenring 49
68159 Mannheim
Tel: +49 621 / 290-37 08 oder +49 621 / 290-23 92
Fax: +49 621 / 290-30 75

E-Mail: ir@mvv.de 


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News Energiekontor AG 05.09.2000
 


realisiert Windpark in Griechenland


Bremen-Brinkum (iwr-mailservice) - Der Startschuss für den Baubeginn des ersten ausländischen Windparks der Energiekontor AG ist gefallen. Auf der griechischen Insel Euböa in der Nähe der Ortschaft Zarakes entsteht zur Zeit der Windpark "Zarax I". Dort werden fünf Anlagen des Typs Enercon E40/600 kW mit einer Gesamtleistung von 3 MW errichtet. Damit können ca. 1.700 Haushalte mit Strom versorgt werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projektes beträgt rund DM 7,5 Mio. Gegenwärtig sind vier weitere EnergieKontor-Windparks in Griechenland in der Planung, deren Realisierung ab 2001 beginnen soll.

"Dieser Windpark ist das Ergebnis unserer erfolgreichen Planungsarbeit im Ausland," sagte Dr. Bodo Wilkens, Vorstandsvorsitzender der Energiekontor AG. "Er ist aber auch der Auftakt für eine ganze Reihe von Projekten im europäischen Ausland, die in den nächsten Jahren deutlich zu unserem Wachstum beitragen werden", so Wilkens weiter.

Die Energiekontor AG mit Sitz in Brinkum bei Bremen und deutschen Niederlassungen in Bremerhaven und Krefeld ist bereits seit 1995 in Griechenland mit einer Tochtergesellschaft vertreten. Weitere Niederlassungen existieren in Großbritannien (Leeds), Portugal (Lissabon) und Spanien (Barcelona). Auch in diesen Ländern stehen erste Projekte für 2000/2001 zur Realisierung an.


Kontakt: Martin Bretag, Investor Relations

Telefon: (+49-421) 80 67 67-8 Mobil: (+49-172) 45 5 45 73

E-Mail: mailto:martin.bretag@energiekontor.de


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News Sonnige Zeiten 01.08.1996
 


Wer sein Umweltbewusstsein zeigen will, ist mit Sonnenkollektoren gut beraten. Die Technik ist ausgereift und die schlimmsten Kinderkrankheiten sind überwunden. Unsere Marktübersicht gibt Einblick ins Dickicht der vielen Angebote.

Die Hersteller von Solarkollektoren haben eine lange aufregende Zeit hinter sich. Erste Anzeichen für einen wachsenden Markt gab es schon Mitte der siebziger Jahre: Der Schock der Ölkrise saß tief, die Sonnenkraft wurde plötzlich als kostenlose und krisensichere Energiequelle entdeckt. Von 1976 bis 1979 Verachtfachtee sich die Zahl der jährlich verkauften Kollektoren. Bis 1980 waren in Deutschland schon weit über 100000 Quadratmeter Kollektorfläche installiert. Die Freude der Solar-Pioniere war allerdings kurz. Anfang der achtziger Jahre brach der Markt zusammen: Technische Probleme und mangelnde Qualität der ersten Kollektorgeneration ließen die Lust am Energiesparen zum Frust werden. Die Folge: Innerhalb weniger Jahre sank die Nachfrage um etwa 70 Prozent. Der Markt erlebte erst einen neuen Aufschwung, als die gröbsten Mängel der Kollektoren beseitigt waren. Das waren zum Beispiel Rohrisolationen, die schnell kaputt gingen. Außerdem wuchs Mitte der achtziger Jahre das Umweltbewusstsein durch Tschernobyl und das Waldsterben. Inzwischen wird in etwa 200000 deutschen Haushalten mit solar erwärmtem Wasser geduscht, mehr als 50 Firmen haben sich als Produzenten auf dem hiesigen Markt etablieren können. Die Auswahl an Sonnenkollektoren ist deshalb verwirrend groß. Es gibt etwa 100 Produkte.

Mit unserer Marktübersicht wollen wir dieses Angebot besser durchschaubar machen. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Institut SPF-Solartechnik Prüfung Forschung an der Ingenieurschule in Rapperswil haben wir charakteristische Daten von über siebzig verschiedenen Kollektortypen zusammengestellt, um sie bezüglich Preis und Leistung vergleichbar zu machen. Eine wichtige Kenngröße, die den Vergleich der Leistungsfähigkeit erlaubt, ist der Bruttowärmeertrag. Die Zahl wird aus Versuchsdaten per Computer berechnet und gibt an, wie viel Wärmeenergie ein Kollektor unter konstanten Bedingungen aus der Sonnenstrahlung herausholt. Wie unsere Tabelle zeigt, gibt es erhebliche Unterschiede: Während beispielsweise ein Quadratmeter des HC-20 der Firma Sunset Energie über 600 Kilowattstunden (kWh) im Jahr liefert, bringt es das Modell Solarland FE von Sun Shine bei gleicher Fläche nur auf etwa 450 kWh.

Aber auch der effektivste Kollektor kann in unseren Breiten nicht den gesamten Warmwasserbedarf eines Haushalts mit Sonnenenergie decken. Den weitaus größten Teil der Energiemenge liefert die Solaranlage nämlich in den Sommermonaten - meist sogar mehr als ein durchschnittlicher Haushalt verbrauchen kann. Damit die Kollektoren auch noch im Dezember genügend Warmwasser für den gesamten Haushalt liefern, müssten Dutzende von Quadratmetern mit den schwarz schimmernden Kästen bestückt sein. Für die Übergangszeit im Frühjahr oder Herbst sieht es nicht ganz so schlecht aus. Da können schon wenige Quadratmeter eines effektiven Kollektors ausreichen, um immerhin die Hälfte der benötigten Energie durch die Sonne abzudecken. Und das selbst dann, wenn die Sonne nur selten hinter den Wolken hervorkommt. Denn die Anlage liefert nicht nur bei Sonnenschein warmes Wasser, sondern schon bei bedecktem Himmel.

Übers ganze Jahr gesehen, lassen sich mit einer guten Solaranlage etwa zwei Drittel des Warmwassers produzieren. Wer noch etwas mehr haben will, kann beispielsweise leistungsstarke Vakuumröhrenkollektoren einsetzen. Weil sie luftleer gepumpt sind und damit Wärmeverluste verringern, sind sie in der Übergangszeit und im Winter wirkungsvoller als konventionelle Flachkollektoren. Für diese aufwendige Technik muss man allerdings mindestens doppelt so tief in die Tasche greifen. Der Wirkungsgrad eines Kollektors kann ohnehin nicht einziges Entscheidungskriterium beim Kauf einer Solaranlage sein. Auch die zur Verfügung stehende Fläche ist wichtig: Falls nämlich genug Platz vorhanden ist, kann ein niedrigerer Bruttowärmeertrag durch mehr Kollektorfläche ausgeglichen werden. Wie das Preis-Leistungsverhältnis zeigt, kommt man mit dieser Verfahrensweise oft sogar billiger weg: So liefert das Modell der dänischen Firma Batec pro Quadratmeter zwar 30 Prozent mehr Wärme als der Euroclima ECS 15/II. Schraubt man sich aber zwei Kollektoren des weniger effektiven - aber billigeren - Modells aufs Dach, erhält man für weniger Geld die gleiche Leistung.

Wir haben das Preis-Leistungs-Verhältnis trotzdem nicht zur Bewertung herangezogen. Der Grund: Ob man mit einem Kollektor wirklich viel Leistung für wenig Geld bekommt, hängt auch von seiner Montagefreundlichkeit und Lebensdauer ab. Denn was nützen ein niedriger Einkaufspreis und hoher Wärmeertrag, wenn die Installation unzählige Handwerkerstunden verschlingt oder der Solarkollektor schon nach zehn Jahren den Geist aufgibt. Genau diese Punkte aber lassen sich momentan noch schlecht messen. Wir haben deshalb Experten nach der derzeitigen Markt-Situation befragt: "Das Qualitätsniveau ist insgesamt in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Trotzdem gibt es hinsichtlich der Haltbarkeit nach wie vor Unterschiede", sagt Matthias Rommel vom Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme in Freiburg. Dietmar Lange von Thermosolar kann das bestätigen: "Noch immer werden Materialien eingesetzt, von denen wir schon lange wissen, dass sie nicht für einen langlebigen Kollektor taugen", beklagt der Diplom-Ingenieur, der bei seiner Firma für die Produktschulung von Heizungsbauern zuständig ist.

Einen Rahmen aus spritzverzinktem Stahl beispielsweise hält er für wenig sinnvoll: "Spätestens nach zehn Jahren ist das Ding durchgerostet." Auch einfache Schläuche zur Verbindung der Kollektormodule hätten sich als ungeeignet erwiesen, da Sonnenlicht und hohe Temperaturen das Material porös und damit undicht werden lassen. Mindestens genauso wichtig wie das eingesetzte Material ist die Verarbeitung des Kollektors. Die meisten werden nach wie vor weitgehend von Hand gefertigt. Wenn dabei beispielsweise die Ecken nicht hundertprozentig richtig sitzen, hinterlässt Regen unweigerlich seine Spuren.

Noch hat der Verbraucher keine Möglichkeit, Qualitätsunterschiede bei Kollektoren anhand von deutschen Prüfsiegeln zu erkennen. Zwar beinhaltet die DIN-Vorschrift, nach der die Solarkollektoren normalerweise getestet werden, auch eine Art Qualitätsprüfung. Sie will aber vor allem sicherstellen, dass das Produkt sicherheitstechnisch in Ordnung ist, die Benutzung also ohne Risiko ist. Die gleiche Zielrichtung verfolgt auch die sogenannte "Bauartzulassung", die oft als Zeugnis für getestete Haltbarkeit missverstanden wird. Bei der Vergabe des "Blauen Engels" wird immerhin die Rücknahme des ausgedienten Kollektors und eine Wiederverwertung der eingesetzten Rohstoffe gefordert - eine lange Lebensdauer ist damit aber nicht garantiert.

Das Institut SPF in Rapperswil will diese Lücke schließen und hat deshalb ein eigenes Qualitäts-Label erarbeitet. Damit ein Hersteller zukünftig seinen Kollektor damit schmücken kann, muss das Produkt bis zu zehn Härtetests bestehen. Dabei wird beispielsweise geprüft, ob die Abdeckung hohe Druck- und Zugkräfte aushält oder ob der Kollektor stundenlangen Dauerregen unbeschadet übersteht. Werden Materialien verwendet, deren Alterungsverhalten noch nicht hinreichend bekannt ist, stellt das Team um Geschäftsführer Ueli Frei weitere Untersuchungen an. Dabei wird der Alterungsprozess quasi im Schnelldurchlauf simuliert. Abnutzungserscheinungen, die auf eine Lebensdauer von weniger als 20 Jahren hinweisen, führen zum Urteil "nicht bestanden". Mit einem langlebigen und effektiven Kollektor allein ist es allerdings nicht getan. Erst wenn er auch ins passende System mit Warmwasserspeicher und Regelungstechnik eingebettet ist, kann er seine volle Wirkung entfalten. Mit einem falsch dimensionierten Speicher oder schlechter Regelungstechnik bringt selbst der beste Kollektor nicht das, was er eigentlich kann.

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29.07.2010

       

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